Tutorials: Allgemeines zu Asbest
Häufig gestellte Fragen zu Asbest
1. Wie erkenne ich Asbest?
Asbest ist in der Regel nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Eindeutige Sicherheit bietet nur eine Analyse des Materials. Ein Anhaltspunkt kann jedoch die Zeitspanne sein, in der das jeweilige Material verarbeitet wurde, denn gerade von 1930 bis 1993 wurde vermehrt Asbest als Baumaterial eingesetzt.
Wir raten dringend davon ab, an verdächtigen Materialien zu riechen, da Asbest geruchslos ist und die gefährlichen Fasern eingeatmet werden können!
In dem Moment, in dem Asbestfasern freigesetzt und eingeatmet werden, besteht – ähnlich wie beim Rauchen – ein Risiko, dass diese langfristig Schäden in der Lunge und den Atemwegen auslösen. Zu dieser Faserfreisetzung kann es kommen, wenn asbesthaltige Materialien porös oder nicht fachgerecht bearbeitet werden.
Daher gilt vor geplanten Baumaßnahmen: Erst die Materialien analysieren lassen, im Zweifelsfall einen Bausachverständigen konsultieren und dann Renovierungs- oder Entsorgungsarbeiten beginnen.
Über typische Asbestverstecke im Haus informieren wir hier.
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2. Warum ist Asbest gefährlich?
Wenn Asbestfasern freigesetzt werden, können diese eine Erkrankung der Atemwege und Lunge (Asbestose) auslösen. Die Fasern werden vom Körper nicht vollständig abgebaut, sondern verhärten sich in der Lunge und führen häufig erst Jahrzehnte nach einer Asbestexposition zu einer Fibrose oder schlimmstenfalls sogar Krebserkrankung.
Der schleichende Krankheitsverlauf dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung der Atemwege macht Asbest so tückisch und die Aufklärung umso wichtiger. Je nach Konzentration und persönlichen Voraussetzung kann Asbest bereits bei kurzer Exposition massive körperliche Schäden herbeiführen.
Zum Weiterlesen: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/asbest-gefaehrlich-und-immer-noch-aktuell-48383
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Wann und wo wurde Asbest verbaut?
Asbest wurde vielfältig eingesetzt und war einer der Hauptwerkstoffe, der in weit mehr als 3.000 unterschiedlichen Produkten verarbeitet wurde. Höhepunkt der Verwendung von Asbest war zwischen den Jahren 1960 und 1990, bis das Verbot im Jahr 1993 erfolgte. Das Asbest-Verbot betrifft die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung des Stoffes.
Mit einer Asbest-Analyse sind Sie auf der sicheren Seite.
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Wo im Haus kann Asbest verbaut sein?
Wo genau Asbest in Ihrem Haus vorkommt, ist nicht pauschal zu beantworten. Asbesthaltige Welldächer und Nachtspeicheröfen sind vielen bekannt. Doch es gibt weitaus mehr mögliche Asbest-Verstecke in älteren Gebäuden.
Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Alte Heizkessel oder Boiler im Keller sind leider häufig mit asbesthaltigen Leichtbauplatten isoliert. Das Kritische hieran ist, dass es sich bei diesen Isolierungen oft um schwach gebundene Asbestprodukte handelt. Durch Alterung und äußere Einwirkungen, wie beispielweise Erschütterungen oder mechanische Beschädigungen, können große Mengen an Asbestfasern in die Raumluft freigesetzt werden.
Auch in Wänden kann Asbest stecken: Zum Beispiel in Putz und Spachtelmassen, Fliesenkleber, Farben, Lacken oder Schalter- und Elektro-Isolationen. Ältere elektrische Geräte wie Toaster, Herdplatten, Waffeleisen, Lockenstäbe und Bügeleisen können ebenfalls mit Asbestpappe isoliert sein.
In unserer Infografik zeigen wir Ihnen weitere typische Asbest-Verstecke. Neben Infos zu Materialeigenschaften und Asbestgehalt bietet die Infografik viele Beispielbilder, die Ihnen bei der Identifikation potenzieller Asbest-Fundorte daheim helfen können.
Gewissheit bringt natürlich erst der Asbest-Test. Machen Sie sich schlau vorm Umbau!
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Welche Dächer können Asbest enthalten?
Aufgrund der Hitzebeständigkeit und Feuerfestigkeit wurde Asbest in zahlreichen Werkstoffen verwendet und ist auch in vielen Dächern (errichtet zwischen 1930 und 1993) verbaut worden. Am häufigsten findet sich Asbest in Dachpfannen, Kunstschieferplatten, Eternitplatten und Wellfaserzementplatten.
Wenn Sie auf Eternitplatten das Zeichen „AF“ (für „asbestfrei“) finden, können Sie eine Asbestbelastung ausschließen. Allerdings wurde diese Kennzeichnung nicht standardisiert auf allen Platten angebracht.
Viele alte Dächer sind stark asbestbelastet und Sie sollten vor Baumaßnahmen auf jeden Fall eine professionelle Analyse durchführen lassen. Mehr zum Thema Asbest-Analyse erfahren Sie hier.
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Darf ich mein Asbestdach reinigen?
Asbestdächer dürfen auf keinen Fall mit einem harten Wasserstrahl gereinigt werden, da auf diese Weise Asbestfasern freigesetzt werden. Unbeschichtete Asbestplatten dürfen Sie gar nicht reinigen. Lediglich beschichtete Asbestplatten dürfen mit drucklosem Wasser gesäubert werden.
Wir raten generell von der Reinigung von Asbestdächern ab. Denn auch beschichtete Dächer können über die Jahre porös werden und die Gefahr der Faserfreisetzung ist zu groß.
In jedem Fall verboten ist die Reinigung durch:
- Niederdruck- oder Hochdruckreiniger
- Abbürsten (z.B. mit einer Drahtbürste)
- Abschleifen
Weitere Details zum Umgang mit Asbest sind festgehalten in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe 519 (TRGS 519) und in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).
Weitere Informationen zum Thema Asbestdach aus Faserzement finden Sie hier.
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Wo kann Asbest im Bad verbaut sein?
Ein gutes Ausschlusskriterium ist das Baujahr des Badezimmers. Nach 1993 wurde kein Asbest mehr verbaut, aber ältere Bäder sollten Sie analysieren lassen, bevor Sie aktiv beginnen zu bauen.
Diese Badezimmermaterialien können Asbest enthalten:
- Dämmelemente von Badewannen und Duschen
- Fliesenkleber
- Fugenmassen
- Bodenbeläge
- Ausgleichsmassen unter dem Fußbodenbelag
- Spachtelmassen an Wand und Decke
- Isolierung von Heizungsrohren
- Isolierung hinter Heizkörpern und unter PVC-Böden
Hier erfahren Sie mehr zum Thema Asbest im Badezimmer.
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Welche Bodenbeläge enthalten Asbest?
Es gibt viele Fußbodenbeläge, wie beispielsweise Cushion-Vinyl und Floor-Flex-Platten, die mit Asbest hergestellt wurden. Für einen detaillierten Einblick empfehlen wir einen Blick in unsere Infografik.
Gerade Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre wurde das damals trendige Cushion-Vinyl verwendet. Dabei handelt es sich um einen aufgeschäumten Kunststoff mit Druckdesign und einer filzartigen, beige-grauen Pappe, die aus schwach gebundenem Asbest besteht und somit besonders gefährlich ist. Die Asbestfasern können sich leicht lösen und so in die Raumluft geraten oder schlichtweg verschleppt werden, indem die Fasern an Ihren Schuhen oder denen Ihrer Liebsten hängenbleiben und sich so im gesamten Haus verteilen.
Auch die bereits erwähnten Floor-Flex-Platten wurden vielfach verwendet. Hier findet sich der Asbest in fest gebundener Form, kann sich aber dennoch unerkannt freisetzen, wenn die Platten nicht von einem Profi entfernt werden. Es gibt noch weitere Fußbodenbeläge, die ebenfalls mit Asbest hergestellt wurden.
Machen Sie sich mithilfe unserer Infografik schlau!
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Welche Nachtspeicheröfen enthalten Asbest?
Wenn Ihr Nachtspeicherofen aus den 1960er-80er Jahren ist, dann kann dieser mit Asbest belastet sein. Sehen Sie nach, ob Sie Informationen (Hersteller, Seriennummer, Baujahr etc.) zu Ihrem Ofen finden und gleichen Sie diese mit den hier gelisteten asbesthaltigen Geräten ab.
Was tun, wenn Ihr Gerät in der Liste auftaucht?
Vorab: kein Grund zu großer Besorgnis. Nachtspeicheröfen bergen glücklicherweise nur ein sehr geringes Potenzial, die schädlichen Asbestfasern in die Luft abzugeben – solange Sie die Öfen nicht eigenständig aufschrauben oder reparieren. Den Umgang mit den alten Nachtspeicheröfen sollten Sie genauestens abwägen und im Idealfall das Gerät durch ein Neues ersetzen oder gemeinsam mit einem Experten umrüsten.
Für mehr Informationen besuchen Sie gerne unsere Unterseite zur Asbest-Analyse von Nachtspeicheröfen.
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Darf ich Asbest überdecken?
Nein. Die Überdeckung oder Versiegelung von Asbest ist gemäß Gefahrstoffverordnung eine verbotene Tätigkeit. Ein Überdecken verschiebt nur das Problem und birgt die zusätzliche Gefahr, dass bei einer späteren Arbeit an der gleichen Stelle unwissentlich Asbest freigesetzt wird und unentdeckt Schaden anrichten kann.
Weitere Informationen zum Thema Überdeckungsverbot von Asbest finden Sie hier.
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Wie entsorge ich Asbest?
Ein eigenständiges Entfernen von Asbest ist strafbar und hochgefährlich für Ihre Gesundheit. Der Sachkundenachweis gemäß TRGS 519 gibt die Befugnis, Asbest sachgemäß zu entfernen und entsorgen. Weitere Infos finden Sie beim städtischen Gewerbeaufsichtsamt oder beim Gesamtverband Schadstoffsanierung.
Asbest ist als Sondermüll deklariert und kann erst dann auf einer Deponie entsorgt werden, wenn er fachgerecht verpackt wurde. Eine unerlaubte Entsorgung von Asbest wird mit einer Geldstrafe und – in schweren Fällen – einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet.
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